Neue Strategien zur Identifizierung potentieller Virulenzfaktoren

Die Pathogenese von C. trachomatis-Infektionen ist bislang nur unzureichend charakterisiert. Zur Identifizierung und Charakterisierung potentieller Virulenzfaktoren wurde von C. trachomatis Serovar D eine Expressionsgenbank in E. coli angelegt. Im Colony-Immunoblot-Verfahren wurde die Genbank mit Seren von asymptomatischen Patientinnen und Patientinnen mit schweren C. trachomatis-Infektionen inkubiert. Dabei fanden sich sowohl reaktive Klone, die ausschließlich mit Seren von einer der Patientengruppen reagierten, als auch solche, die von allen beiden Patientengruppen erkannt wurden. Diese Klone werden derzeit durch Sequenzanalyse der isolierten Plasmide und durch Herstellung rekombinanter Proteine weiter charakterisiert. Anders als bei herkömmlichen Verfahren eröffnet sich durch diese Methode die Perspektive, die Reaktivität von Proteinen aller chlamydialen Entwicklungsstadien zu untersuchen. So werden auch solche Proteine erfasst, die nur in vivo exprimiert werden und damit potentielle Virulenzfaktoren darstellen.

N. Fieser (1), B. Krauss (1), S. Maier (1), K. Pfrepper (2), A. Essig (1), V. Forsbach-Birk (1)
(1) Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Universität Ulm (2) MIKROGEN GmbH, Neuried

Experten-Statements zum CT-Screening

  • Prävalenz bei Schwangeren (<18J: 6%; 20J: 2,18%; je älter, desto geringere Prävalenz)
  • Urin ist eher ungeeignet als Probenmaterial (Inhibitonen)
  • Männer müssen auch gescreent werden, sonst wird Infektionsrate weiter steigen (Beispiel Schweden)
  • Pooling bringt Sensitivitätsverlust (Low et al. 2007; Roun et al 2005)
  • Pooling aufgrund Prävalenz und Inhibitionswahrscheinlichkeit des Probenmaterials nicht wirtschaftlich
  • Retesting erhöht die Kontaminationsgefahr
  • Abrechnungsziffer immer noch unklar
  • PCR bei chronischen Infektionen empfohlen (aufgrund geringer Bakterienzahl)

Prof. Dr. rer. nat. Thomas Meyer, UKE Hamburg

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