Die Serodiagnostik von C.trachomatis-Infektionen ist schwierig, weil diagnostisch relevante Antigene nur unzureichend charakterisiert sind. Ziel des vorliegenden Projektes sind daher im Rahmen eines BioChancePlus Forschungsverbundes die Identifizierung und Charakterisierung von immunogenen C.trachomatis Proteinen. Hierfür wurden mittels 2D-Gelelektrophorese gereinigte C.trachomatis-Elementarkörperchen aufgetrennt und im Immunoblotverfahren mit ausgewählten Seren von Patientinnen mit gesicherter C.trachomatis-Infektion des kleinen Beckens inkubiert. Die immunreaktiven Proteine wurden mittels MALDI-TOF identifiziert. Neben bekannten Proteinen wie MOMP, OMP2 und HSP60 konnten weitere reaktive Proteine identifiziert werden, darunter TARP und PmpD. Schließlich wurden sechs neu identifizierte Chlamydienproteine ausgewählt, in bakterielle Expressionsvektoren kloniert und rekombinant exprimiert. Zur weiteren Evaluierung ihrer diagnostischen Sensitivität und Spezifität wurden diese Proteine im Vergleich zu den bekannten Immunogenen MOMP, OMP2 und HSP60 mit Hilfe von klinisch und mikrobiologisch charakterisierten Patientenseren im "line-assay" getestet. Der kombinierte Einsatz von neu-identifizerten und bekannten chlamydialen Proteinen bietet die Perspektive für eine verbesserte Serodiagnostik.
V. Forsbach-Birk (1), U. Simnacher (1), K. Pfrepper (2), E. Soutschek (2), E. Straube (3), A. Essig (1)
(1) Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Ulm (2) MIKROGEN GmbH, Neuried (3) Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Jena
Prof. Blenk: Klinik, Diagnostik und Therapie der urogenitalen Chlamydieninfektionen des Mannes